"Ich schwöre und gelobe in Keuschheit meines Leibes zu leben, ohne eigenen Besitz zu sein und Gott, der Jungfrau Maria und Euch, Meister des Ordens vom Deutschen Hause, und euren Nachfolgern entsprechend den Regeln und den Gewohnheiten des Ordens Gehorsam zu leisten bis in den Tod."
Schwur eines Ritterbruders bei der Aufnahme in den Deutschen Orden

Was waren das für Menschen?
Wer das Leben eines Ordensangehörigen wählte, war zunächst einmal mit Grundbedürfnissen wie Nahrung, Trank, Unterkunft und Kleidung in einfacher, praktischer Ausführung für das tägliche Überleben abgesichert. Durch die mittelalterliche Erbfolge wurden in der Regel die Erstgeborenen bedacht und die Nachfolgenden gingen meist leer aus. Daher war es eine interessante Option, in einen christlichen Ritterorden einzutreten.
Der Tagesablauf begann im Sommer bereits mit dem ersten gemeinsamen Frühgebet um 1:00 Uhr, deswegen ging man bereits vor Einbruch der Dunkelheit zu Bett. Die gemeinsame Schlafstätte bestand aus einem Bettsack aus Leinen gefüllt mit Heu, darüber eine Steppdecke aus Leinen oder Wolle, eine Überdecke und ein mit Stroh gefüllten Kopfkissen. Jeder hatte sein eigenes Bett, im Schlafsaal musste nachts ständig eine Laterne brennen. Geschlafen wurde nach der Regel in Bruche (Unterhose), Beinlingen und Hemd.

Das Essen
Die Brüder aßen gemeinsam an einer Tafel, danach Diener und Knechte. Brot und Brei kamen täglich auf den Tisch, aber auch Gersten- und Hafergrütze. Erbsen, Roggen, Hafer und Weizen waren auf den Ordensburgen in großer Menge bevorratet, ebenso gab es Käse. Schwein, Rind und Kalb gehörten zu den bevorzugten Fleischsorten. Getrunken wurde verdünntes Bier, Honig- und Fruchtweine wie auch preußischer Landwein.
Die Ritter und Sarjanten waren geschickte, mutige und schlagkräftige Krieger, obwohl sich in den Regeln kaum Hinweise auf das Kampftraining gibt. Erwähnt war aber, man solle mit der Armbrust zur Übung auf Vögel schießen.
Der Tagesablauf bestand hauptsächlich aus Gebeten und religiösen Tätigkeiten, aber auch, je nach Eignung, aus Verwaltung und verschiedenen Ämtern, wenn nicht gerade der Kriegsdienst anstand.
Das Leben eines Ordensbruders war durch die Regeln und Gewohnheiten streng vorgegeben und durchorganisiert.
Der Orden setzte sich aus den Ritterbrüdern, Priesterbrüdern, Kumpane, Knappen, Sarjanten, Halbbrüder, Familiaren, dienende Laien- und Halbschwestern, Pfründer, Diener und Knechte zusammen.
Auf den folgenden Seiten geben wir einen kleinen Überblick dazu.
Die Bannerwache ist eine private Interessengemeinschaft und gehört nicht dem offiziellen Deutschen Orden mit Sitz in Wien an. Wir sind aber bestrebt, die Geschichte des Deutschen Ordens im Mittelalter möglichst orginalgetreu nachzustellen -omnia sicut lusit (alles nur gespielt)- und einer breiten Öffentlichkeit vornehmlich auf mittelalterlichen Veranstaltungen näher zu bringen.