
Hier sieht man den Entwicklungssprung der Rüstungen und Helme vom späten Hochmittelalter und zur Zeit des 13jährigen Krieges (links im Bild). Der hochmittelalterliche Ritter (rechts) trägt einen langen Waffenrock (ca. bis 1380), einen Topfhelm, eine Kettenhaube und einen Ringelpanzer, einzig die von ihm getragenen Plattenhandschuhe kommen erst zur Zeit der Burgunderkriege ab 1480 auf. Die linke Darstellung zeigt einen Ordensritter zur Zeit des 13jährigen Krieges (1454 – 1466). Hier sind schon erste Teile einer Plattenrüstung zu erkennen, wie Schultern, Glockenhandschuhe sowie Arm- und Beinzeug. Der zu dieser Zeit moderne Schaller wird durch eine feststehende Halsberge ergänzt, Ab spätestens 1390 verkürzt sich der Waffenrock und auch der darunter getragene Gambeson. Der Plattenrock wurde ab 1360 immer mehr durch die Brigantine abgelöst, die durch die durch-gehend miteinander vernieteten Metallreifen günstiger herzustellen war und einen besseren Schutz des Körpers versprach.
Die Helme waren aus 2 bis 3 mm starken Eisen hergestellt und zwischen 2 bis 3,5 kg schwer. Viele Bewaffnete zogen über die Hirnhaube eine Kettenhaube. Geschlossen wurde der Helm mit einem ledernen Riemen, der Bestandteil eines angenieteten Lederinlays war. Unter dem Helm oder der Kettenhaube wurde eine Polsterhaube getragen, die Schläge auf dem Helm dämpfen sollte.

Hirnhaube, ca. 1200 – 1620

Früher Topfhelm,
ca. 1200 -1280

Kreuzfahrerhelm,
ca. 1180 - 1275

Topfhelm, ca. 1250 - 1350
Der Gebrauch der Helme bis ins Spätmittelalter ist fließend. Die im frühen Spätmittelalter aufkommenden Topf- und Kübelhelme schränkten nicht nur die Sicht teilweise stark ein, sie führten auch zu Atemnot während eines Kampfes,. Viele Kämpfende bevorzugten deshalb einen offenen Helmtyp wie eine Beckenhaube oder die in Preussen meist von Einheimischen verwendeten "Pekilhube", eine typische osteuropäische Helmform. Die ersten Topfhelme lagen auf dem Scheitel auf, Kübelhelme teilweise auf den Schultern. Bei den rundum geschlossenen Topf- und Kübelhelmen wurde zum Schutz noch eine Hirnhaube über die Polsterhaube gezogen. Ritterbrüder verwendeten meist die geschlossenen Helmtypen.
Weniger begüterte Kriegsknechte, Sarjanten, Dienstpflichtige der städtischen und Landesaufgebote oder Schützen verwendeten den Eisenhut. Er schützte durch den breiten Hutrand gut gegen Schläge von oben durch Reiter und war preiswert in der Herstellung. Während die Hundsgugel um 1400 nur in geringer Stückzahl vorhanden waren, befanden sich in den Ordensburgen auch noch ältere Helmtypem in den Arsenalen. Helme der städtischen Aufgebote wurden ab dem 14. Jahrhundert meist in den Stadtfarben bemalt.
Um 1400 kostete ein Ritterhelm um die 22 scot, eine Hundsgugel etwa 18 scot, ein Eisenhut 14 scot und eine Eisenhaube 10 scot.

Eisenhut,
ca. 1050 (Byzanz) - 1650

Kübelhelm,
Anfang bis Ende des 14. Jahrhunderts

Hundsgugel,
italiensch, ab ca. 1390 bis 1450

Deutscher Schaller mit feststehender Halsberge,
ca. 1430 - 1520
Die Bannerwache ist eine private Interessengemeinschaft und gehört nicht dem offiziellen Deutschen Orden mit Sitz in Wien an. Wir sind aber bestrebt, die Geschichte des Deutschen Ordens im Mittelalter möglichst orginalgetreu nachzustellen -omnia sicut lusit (alles nur gespielt)- und einer breiten Öffentlichkeit vornehmlich auf mittelalterlichen Veranstaltungen näher zu bringen.