Bannerwache

Das Sanitätswesen

In den ersten vom Orden in Preußen angelegten Städten Kulm und Elbing bestanden bereits 1242 Hospitäler, das in Elbing war das größte im Ordensland. Hier gab es allerdings keine Ärzteschaft, sondern vom Orden gegen Honorar beschäftigte Ärzte, die sich bei Bedarf den Patienten widmeten. Die Tätigkeit der Ordensbrüder und Halbschwestern beschränkte sich auf die reine Pflege. Die Ausübung ärztlicher Praxis, insbesondere der Chirugie, war Ordensbrüdern durch päpstliche Anordnung bereits seit dem 12. Jahrhundert untersagt, da sich der Anblick schamhafter Teile durch einen Ordensangehörigen nicht geziehme. Das änderte sich erst wieder zu Beginn des 15. Jahrhunderts mit dem Ritterbruder Pfalzpaint aus dem Marienburger Konvent, der wesentliche Verbesserungen in der Kranken- und Verwundetenversorgung einführte. Frauen war der Zutritt in den Orden zunächst verwehrt, nach Maßgabe der Landkomture konnten sie jedoch als Halbschwestern unter anderem im Spitaldienst bei bestimmten Arbeiten und der Krankenpflege eingesetzt werden.     

Um die Spitäler mit Arzneimitteln zu versorgen, wurden in den Komtureien Kräutergärten angelegt, fehlende Arzneimittel konnten zugekauft werden. Wir zeigen eine Auswahl von im Mittelalter verwendeten Heilkräutern als Pflanzen und in verarbeitender Form, die in den Spitäler zum Einsatz kamen.  

In unserem Spital findet man neben mittelalterlichen Operationsbesteck bereits verarbeitete Arzneimittel und Materialien zur Wundversorgung. Die Vorgehensweise und der Einsatz der einzelnen Behandlungsmethode werden hier anschaulich erklärt.

Die Bannerwache ist eine private Interessengemeinschaft und gehört nicht dem offiziellen Deutschen Orden mit Sitz in Wien an. Wir sind aber bestrebt, die Geschichte des Deutschen Ordens im Mittelalter möglichst orginalgetreu nachzustellen -omnia sicut lusit (alles nur gespielt)- und einer breiten Öffentlichkeit vornehmlich auf mittelalterlichen Veranstaltungen näher zu bringen.